Friedhof

Hof des Friedens - Die letzte Ruhestätte

Was ist ein Friedhof?

Erklärung

Ein Friedhof ist eine parkähnliche Anlage, in der verstorbene Menschen ihre letzte Ruhe finden. Friedhöfe dienen als offizielle Begräbnisstätten, also als gesetzlich bestimmte Plätze für die Toten. Für die Lebenden sind sie Orte der Trauer und der Erinnerung. Der Begriff Friedhof leitet sich vom althochdeutschen Wort "frithof" ab. Der frithof bezeichnete den eingefriedeten Kirchhof sowie den geweihten Bereich neben dem Kirchengebäude.

Friedhöfe bestehen häufig aus unterschiedlichen Friedhofsteilen. Die Gräber sind auf mehrere Grabfelder verteilt, die über Gehwege gut erreichbar sind. Zudem gibt es auf Friedhöfen oftmals zusätzliche Gebäude wie zum Beispiel eine Leichenhalle, eine Kapelle, eine Blumenhalle oder ein Verwaltungsgebäude. In Deutschland gibt es insgesamt ca. 32.000 Friedhöfe.

Warum gibt es Friedhöfe?

Geschichte und Zweck

Schon in der Steinzeit gingen Menschen dazu über, ihre Toten zu bestatten. Vor dem Hintergrund gewisser Vorstellungen über das Weiterleben nach dem Tod oder aus einfacher Ahnenverehrung geschah die Beisetzung an Familienbegräbnisplätzen oder an besonderen dafür bestimmten Orten.

Viele Jahrhunderte später, in Zeiten hoher Sterblichkeit (Seuchen, Hungersnöte, Kriege), gerieten die mittelalterlichen Kirchhöfe schnell an ihre Kapazitätsgrenzen, sodass viele Verstorbene nicht mehr angemessen beerdigt werden konnten. Die Folge waren Krankheiten. Um diese zu verhindern, wurden ab 1750 und verstärkt im Verlauf des 19. Jahrhunderts zentrale Friedhöfe außerhalb der Stadtmauern zur Regel.

Die Friedhöfe, wie wir sie heute kennen, wurden größtenteils vor über 100 Jahren geplant und eingerichtet. Auch nach heutigem Verständnis sind Friedhöfe letzte Ruhestätten der Verstorbenen, Orte des Gedenkens, der Einkehr und der Trauer. Durch die Pflege des Grabes halten die Angehörigen das Andenken an den Verstorbenen aufrecht.

Rose auf Grabstein

Warum gibt es den Friedhofszwang?

Hygiene und Schutz vor Krankheiten

Der sogenannte Friedhofszwang schreibt vor, dass alle menschlichen Überreste auf einem kommunalen oder kirchlichen Friedhof beerdigt werden müssen. Friedhöfe dienen der öffentlichen Hygiene. Die Beerdigung in öffentlich geregeltem Rahmen und an hierfür vorgesehenen Orten verhindert die Ausbreitung von Seuchen und dient dem Schutz des Grundwassers.

Für die Bestattung auf einem Friedhof sind einmalige Gebühren fällig, die an den Friedhof zu entrichten sind. Die Friedhofsgebühren variieren von Friedhof zu Friedhof. Sie können aber von einigen Hundert Euro bis zu mehreren Tausend Euro für die Nutzungsdauer des Grabes reichen. Doch es gibt auch Alternativen.

Welche Alternativen zu Friedhöfen gibt es?

Waldfriedhof, Seebestattung und Co

In den letzten Jahren sind immer mehr Alternativen zur klassichen Bestattung auf dem Friedhof aufgekommen. Die wohl bekannteste Alternative ist der sogenannte Waldfriedhof (FriedWald, RuheForst). In diesen Waldfriedhöfen werden Urnen am Fuße eines Baumes beigesetzt. Diese Form der Bestattung ist in der Regel sehr pflegeleicht, sodass die Grabpflege entfällt. Daneben gibt es auch noch die Möglichkeit, die Asche des Verstorbenen auf einer Wiese oder auf hoher See (Seebestattung) zu verstreuen. Voraussetzung für alle Alternativen ist die vorherige Einäscherung des Leichnams im Krematorium.

Aber auch für den Aufwand der Grabpflege auf einem normalen Friedhof gibt es moderne Alternativen.